Aktuelles Programm

November 2018

 

Di, 13.11, 20 Uhr

Spielfilm über eine Knastrevolte in norwegischer Jugenderziehungsanstalt.

116 min. Orginalsprache Norwegisch. Untertitel Deutsch

1915 kommt es auf der Gefängnisinsel Bastoy in Norwegen zu etwas Unruhe. Der Protagonist, der neu auf die Insel verfrachtet wird, beugt sich nicht dem strengen Regime des Direktors und stachelt seine Mithäftlinge an, es ihm gleich zu tun. Nur wer sich in den Augen der Anstaltsleitung gebessert hat, dem ist es erlaubt die Insel wieder zu verlassen. Die Jungen haben aber einen besseren Plan als sich dem zu fügen…

 

Do, 22.11, 20 Uhr

Diskussion: 1918/19 Aufruhr und Revolution in München

Wir wollen uns anhand von Publikationen verschiedener Autoren, wie Ret Marut, Oskar Maria Graf, Erich Mühsam, Ernst Toller, Otto Gross und anderen, in eine andere Zeit versetzen, die im Gegensatz zum heute herrschenden sozialen Frieden steht.

Indem wir einen Blick auf verschiedene Perspektiven damals agierender und kämpfender Individuen werfen – besonders derjenigen, die nicht nach einer neuen Herrschaft gestrebt haben – eröffnet sich die Möglichkeit, Reflexionen nachzuvollziehen und über Fragen und Schwierigkeiten während des revolutionären Umbruchs zu diskutieren.

Die Idee ist es, tiefer in die Geschehnisse einzutauchen, unsere Vorstellungskraft zu beleben und das Bild von einer unveränderbaren Welt zu zersetzen.

 

Sa, 24.11, 20 Uhr

Doku: Propaganda – Wissenschaft der Meinungsmache

Es geht um die Frage wie Massen in demokratischen Systemen gezielt gesteuert werden können. Als Arbeiterrevolten Ende des 19. Jahrhunderts zunahmen, wurden um die Menschen wieder unter Kontrolle zu bringen verschiedenste Techniken zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung entwickelt. Dies nutzte unter anderem die USA vor dem Eintritt in den 1. Weltkrieg, mit dem Ziel Kriegsbereitschaft und Fanatismus unter den Leuten zu schüren. Mit Konzepten zur gezielten Umgehung kritischen Denken zieht sich die Wissenschaft der Meinungsmache bis heute durch alle Bereiche der Gesellschaft.

 

Di, 27.11, 20 Uhr

Diskussion: Technologie und Derealisierung

Die Geschichte der Menschheit ist auch die Geschichte der Techniken, von der Sprache über die Werkzeuge und Maschinen bis zum Computer, der heute das Antlitz der Welt so radikal verändert hat. Die Wirtschaft ist das Feld, worin sich die Techniken, von diesem oder jenem Kapital vorangetrieben, in ständigem Konflikt gegeneinander entwickeln, um den Fortbestand der Ausbeutung zu sichern. Die Technologie jedoch, wie wir sie hier zu verstehen versuchen wollen, ist ein gesamtheitlicher Prozess, der nunmehr über die Wirtschaft und somit den Konflikt unter den Techniken Überhand gewonnen hat. Weshalb unsere alten analytischen Mittel, auf die politischen und ökonomischen Verhältnisse zielend, heute zu wünschen übrig lassen, um diesen überwältigenden Wandel, der sich eingeleitet hat, zu verstehen. Der Prozess der Technologie ist nicht als etwas zu verstehen, das von irgendeiner Elite dirigiert werden könnte, sondern er drängt den Dingen seinen eigenen Lauf auf. Er ist das verselbständigte Resultat des quantifizierenden Bestrebens, die Welt zu kontrollieren. Sein Ziel ist die Vereinheitlichung, und somit die Abflachung von all dem, was im Menschen aus der Konfrontation mit der Realität erwächst – kulturelle Inhalte an erster Stelle. Und wenn es nicht möglich ist, dass alle die selben Gegenstände begehren und die selben Inhalte denken, so ist es möglich, dass die Bedeutung dieser Gegenstände und Inhalte in gleichem Masse an Realität verliert. Ein Schleier von derealisierter Bedeutung legt sich über die Realität, die nunmehr, überdrüssig der menschlichen Niederträchtigkeiten, die weiter ihren Lauf nehmen, jeder Bedeutung entleert wurde. Je mehr unsere Referenzen, womit wir täglich unsere Welt aufbauen, kognitive Reize, Informationen, Schemen, an die Technologie delegiert werden, desto mehr finden wir uns von der Realität getrennt, derealisiert, und desto mehr auch ohne Mittel, uns dessen gewahr zu werden. Dabei geht es nicht nur um das System von Geräten, das uns umgibt, die technischen Strukturen und Menschen, die es aufrecht erhalten, die Technologie ist vor allem auch in unsere Mentalität eingedrungen. Nur als Beispiel die zahlreichen parzellierten Denkmuster, die vor uns aufgestellt werden, um Formen des Protests zu wiederholen, die nunmehr gänzlich symbolisch sind und jeden Bezug zur gesamtheitlichen Realität der Ausbeutung verloren haben – und deren einziges Ziel es ist, uns davon abzuhalten, das, was uns angreift, in seiner realen Substanz zu erkennen und zu zerstören.

Für eine Vertiefung dieser Überlegungen empfehlen wir die Lektüre der Zeitschrift mit dem Namen Negazine, deren erste Ausgabe Anfangs 2017 von Anarchisten in Triest herausgegeben wurde. Sie ist in der Bibliothek Frevel sowohl auf Englisch und Deutsch erhältlich. Darin wird in diversen Artikeln die Hypothese der Derealisierung entwickelt. Zur Grundlage der Diskussion möchten wir im Mindesten die beiden Artikel „Technologie” und „Technologische Kontrolle” nehmen.

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Oktober 2018

Diskussion: Unsere Ideen verbreiten

Di, 9.10, 20 Uhr

Seit mehr als nun zwei Jahren existiert die anarchistische Bibliothek Frevel: Hier gab und gibt es einige hundert anarchistische Bücher und Zeitungen, dutzende Diskussionen und Filme, oft auch ein gegenseitiges Kennenlernen und Austauschen, oder auch das Schmieden von Plänen oder Ausdiskutieren verschiedener Ideen.

Zeit sich zu fragen: Welche Perspektive trägt ein solche Raum in einer Stadt wie München in sich? Inwiefern können wir unsere Ideen auf die Straße tragen und ihre Isolation durchbrechen? Entwickeln sich Beziehungen durch das Zur Verfügung Stellen von Büchern und Zeitungen – oder kann dies nur durch das Agieren auf der Straße geschehen? Welche Perspektiven kann eine Bibliothek als Begegnungsort haben – unter Anarchist_innen, im Viertel oder allgemein unter Wütenden und anderen Rebell_innen? Inwiefern ist ein Ort wie dieser eine Notwendigkeit und Basis in der Entwicklung von Ideen und gemeinsamen Reflexionen, von Kämpfen und Interventionen?

Veranstaltungen Gegen die Erziehung“

Diskussion

Di, 16.10, 19 Uhr

Pädagogik (egal welcher Art) geht von Menschen als zu erziehende Wesen aus, die ansonsten nicht gesellschaftsfähig wären, „außer Rand und Band“ geraten würden. Erziehung ist der Versuch, andere nach gewissen Vorstellungen zu formen und damit immer eine Machtausübung. Die so erzwungene Anpassung an diese Vorstellungen ist die Grundlage für jede spätere Form des Gehorsams. Dadurch wird die Erziehung zum wichtigen Werkzeug des Staates, das seine Existenz und sein Funktionieren garantieren soll. Die Moral, die Normen und Werte der Gesellschaft, die in den meisten Fällen prägend für das Verhalten und die Methoden der Erziehungspersonen sind, werden durch die Familie als kleinste gesellschaftliche Struktur an den Einzelnen weitergegeben.

Bei den Veranstaltungen soll es nicht darum gehen, über so etwas wie „alternative“ oder „antiautoritäre“ Konzepte zu diskutieren, sondern um die Frage, wie wir uns von den Auswirkungen dieser jahrelangen Beeinflussung (zu „unserem eigenen Wohl oder Besten“) durch Eltern, Verwandte, Schule, usw. befreien können.

Vorleseabend

Sa, 20.10, 19 Uhr

Manchmal begeistern uns Bücher, Texte, Gedichte oder einfach erlebte Geschichten so sehr, dass wir sie nicht für uns behalten wollen… Treffen wir uns, um uns gegenseitig diese Texte vorzulesen, über sie zu sprechen – egal aus welchem Grund sie uns begeistern, sie uns zum Lachen oder zum Nachdenken bringen, sie unsere Wut bestärken oder uns vor neue Fragen stellen. Das Thema dieses Vorleseabends wird „Gegen die Erziehung“ sein. Bringt Textauszüge, Kerzen, Kekse, Wein oder was ihr wollt mit.

Film & Diskussion: Die letzten Tage von Afrin

Do, 18.10, 20 Uhr

Die kurze Dokumentation gibt einen Einblick in die Situation während der Belagerung durch die türkischen Truppen und gibt einige Interviews mit verschiedenen internationalen Kämpfern wieder. In der darauf folgenden Diskussion wollen wir uns kritisch damit auseinandersetzen, was für Perspektiven und Möglichkeiten eine solche Beteiligung und Integration in einen militärischen Konflikt haben bzw. nicht haben kann. Dabei wollen wir versuchen die Situation aus einem antimilitaristischen Blickwinkel zu betrachten, um so zu fragen, was Kritik, Internationalismus und Solidarität hier und jetzt bedeuten könnten – was eine Positionierung gegen jeden Krieg bedeutet.

Textdiskussion: Anarchismus und Demokratie“

Di, 23.10, 20 Uhr

Die Landtagswahlen stehen an und der parlamentarische Zirkus scheint mit seiner Propaganda, seinen Seifenopern und spektakulären Inszenierungen mal wieder omnipräsent zu sein. Währenddessen ist die Verdrossenheit gerade der jungen Generation von der politischen Klasse und den Parteien ganz allgemein massiver denn je. Das nehmen wir zum Anlass um als Lesetipp für den Urlaub die Broschüre „Anarchismus und Demokratie“ von Alfredo M. Bonanno zu empfehlen und nach der Sommerpause in alter Frische über diese zu diskutieren. Die Broschüre gibt es in der Bibliothek.

Crypto-Café

Mi, 24.10, 20 Uhr

Falls ihr Fragen habt wie ihr eure Daten und Kommunikation schützen könnt oder auf sonstige Probleme bei der Nutzung eures Linux-Betriebssystem gestoßen seid:  Kommt vorbei und informiert euch oder bringt eigene Ideen mit.

Programm Mai

Vorleseabend:
Mensch und Maschine

DI, 8.05, 19 Uhr

Manchmal begeistern uns Bücher, Texte, Gedichte
oder einfach erlebte Geschichten so sehr, dass wir
sie nicht für uns behalten wollen…
Treffen wir uns, um uns gegenseitig diese Texte
vorzulesen, über sie zu sprechen – egal aus
welchem Grund sie uns begeistern, sie uns zum
Lachen oder zum Nachdenken bringen, sie unsere
Wut bestärken oder uns vor neue Fragen stellen.
Das Thema dieses Vorleseabends wird „Mensch
und Maschine“ sein.
Bringt Textauszüge, Kerzen, Kekse, Wein oder was
ihr wollt mit.

 

Vortrag über die anarchistischen
Wurzeln der Geographie (eng.)
DO, 10.05, 19 Uhr

Integral Anarchism: Beauty, Geography, and
Becoming
“Let us become beautiful ourselves, and let our life
be beautiful!“ – Élisée Reclus
Anarchism is a beautiful enabler. As a political
praxis it allows us to embrace our capacity for living
now and doing for ourselves in this moment what we
would otherwise leave to authority. Strength is to be
found not in what is dreamed possible but as an
illumination of the powerful beauty we collectively
represent. Anarchism insists upon the development of
new relationships with our world and, crucially, with
each other. Recognizing such connection implies a
relational geography as an aesthetic realization that we
all matter, that we are all part of the beauty of
immanence. Within this recognition of our capacity for
the beautiful comes the seed of something new,
nourished by the possibilities of our desire for a better
world. A relational geography is consequently a way to
try to make sense of a world that is infinitely complex
and in an ever-changing process of becoming.
Geography’s recent reengagement with
anarchism brings us closer to the possibility of shaking
off the chains that fetter us to statist, capitalist, racist,
sexist, and imperialist ideas by maintaining that our
greatest resource is our bonds to one another. In
anarchist geographer Élisée Reclus’s notion of
‘universal geography’ we see an early iteration of such
a politics of possibility, which looks to connection, or
relationality, as its impetus. For Reclus, all people
should share the Earth as siblings by expanding our
circle of empathy and reorganizing the landscapes of
power though strengthened bonds of solidarity. So
rather than simply always becoming, for anarchists,
geography is about becoming beautiful.

 

Film: Aufstand in Patagonien (sp./ eng.)
DI, 15.05 21 Uhr

Patagonien zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Riesige
Ländereien und unermesslicher Reichtum der Besitzer
bei gleichzeitiger bitterer Armut der Landarbeiter
bestimmen die Verhältnisse im Süden Argentiniens.
Doch die Arbeiter sind nicht mehr bereit, die schlechten
Arbeitsbedingungen und die unzureichende Bezahlung
zu akzeptieren.
Nach den ersten Arbeitskämpfen 1920 erreichen
sie ein Abkommen mit den Landbesitzern, das diese
jedoch nicht einhalten.Weitere Streiks und Besetzungen
folgen und die Lage spitzt sich weiter zu bis das Militär
gegen die Aufständischen vorgeht… ein Einsatz mit
verheerenden Folgen, sowohl für die Arbeiter, als auch
dem verantwortlichen Offizier, denn dieser hatte die
Rechnung ohne den deutschen Anarchisten Kurt
Wilckens gemacht.

 

Diskussion über den (möglichen) Widerstand gegen das
Polizeiaufgabengesetz
DO. 17.5 19 Uhr

Die Regierung baut den technologisch hochgerüsteten
Polizeistaat aus, rüstet ihre Cops militärisch aus, gibt
ihnen Stasi-ähnliche Befugnisse und ermöglicht das
präventive Wegsperren aller Krimineller. Das Gesetz
ermöglicht theoretisch eine faschistoide Säuberung der
Gesellschaft…
… und nun?
Viele Menschen sind wütend über die Gesetzespläne und es regt sich einiger Unmut. Denn wenn der Staat uns immer mehr pauschal und präventiv in funktionstüchtig oder gefährlich, normal oder krank, brav oder kriminell einteilt – sieht sich ein immer größerer Teil der Gesellschaft mit immer härterer
staatlicher Gewalt konfrontiert. Anstatt den Lügen der Parteien und Organisationen hinterherzuhinken, wollen
wir diskutieren, was wir (und nicht die Politiker) selbst
gegen die Gesetzespläne unternehmen können. Haben
wir Handlungsmöglichkeiten?
Welche Perspektive hat der Widerstand gegen die Regierungspläne?
Welche Perspektive hast du?

 

Film: Themroc
DO 24.5 21 Uhr

(110min Spielfilm, Frankreich 1973)
Ein ausgebeuteter Anstreicher hat endgültig die Schnauze voll  und wendet sich von der Arbeit und der bürgerlichen Gesellschaft ab. Er zerstört die Ordnung in seinem Umfeld und leistet Widerstand gegen die anrückende Polizei. Befreit von bourgeoisen oder proletarischen Zwängen schreckt er vor bisherigen Tabus nicht zurück. Kann er andere Unzufriedene mit seiner Rebellion anstecken?
Der anarchistische Kultfilm wird im Originalton ohne Untertitel gezeigt – die Sprache im Film ist fiktional und muss nicht übersetzt werden, um verständlich zu sein.
Triggerwarnung: Es gibt Darstellungen von Sex und
Gewalt. Und es kann gelacht werden.

 

Diskussion über Veganismus
SA, 26.5 19 Uhr

Ein Privileg, das sich nur Reiche leisten können,
Leute die was für ihre Gesundheit tun wollen oder
ihr Gewissen befriedigen (wollen)?? Doch was
steckt dahinter, warum ist es in einer
vermeintlichen Szene, die Strukturen wie Reich und
Arm ablehnt, so verbreitet vegan zu leben?
Geht es um Veganismus als Lifestyle (oder) eher
um Tierbefreiung?
Kann das Streben nach Rechten für Tiere Teil eines
anarchistischen Kampfes sein?
Gehört Tierbefreiung zu einem Traum vom
befreitem Leben?
Wir laden euch ein um über dies und Alles, was uns
sonst noch interessiert, zu diskutieren

 

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April 2018

Veranstaltungsreihe zu Technologie und sozialer Kontrolle

Vom 19. bis 22. April findet in München eine Veranstaltungsreihe gegen den allgemeinen technolo-gischen Wahn statt. Wir laden alle dazu ein über die gegenwärtigen Entwicklungen und die Rolle, welche die Technologie in der Kontrolle, Fremdbestimmung und Herrschaft über unser Leben annimmt, zu diskutieren. In der Entwicklung einer anarchistischen Kritik an der Technologie wollen wir nicht in abgehobenes Expertentum verfallen, sondern ein Verständnis für die uns umgebenden sozialen und lokalen Realitäten ermöglichen, um auf der Basis von selbstorganisierten Kämpfen in diese einzugreifen und sie verändern zu können.
> Programm (PDF)

Do 19.4.2018, 20h # Ligsalzstrasse 8
Der gegenwärtige Stand des technologischen Angriffs

Die möglichst verharmlosend an der Oberfläche gehaltene Berichterstattung über den Facebook-Skandal erscheint als eine Art Selbstgleichschaltung. Der entscheidende Punkt wird erst gar nicht berührt: dass er eine der vielen Konsequenzen der Tatsache ist, dass die Informationstechnologie ausdrücklich und in voller Absicht als fundamentaler Angriff entfesselt wurde mit dem Ziel der Zerstörung der überkommenen Arbeits- und Lebensformen und ihrer Reorganisation auf neuer Stufe. Nach der dabei verfolgten politisch-ökonomischen Programmatik also eine Innovationsoffensive zur umfassenden „schöpferischen Zerstörung“ der Gesellschaft. Ebenso absichtlich wurde dadurch der technologische Angriff des Fordismus zur Verwandlung der alten Welt in eine Fließbandgesellschaft auf neuem Niveau reproduziert. Das ist wichtig für uns, wenn wir auf die Folgen sehen. Die sind nicht nur: die absichtliche Produktion von „Losern“ aus den zerstörten Lebens- und Arbeitsformen des alten sozial-ökonomischen Regimes, nunmehr des fordistischen, die jetzt das soziale Fundament des Trumpismus, Brexit und weiterer Neopopulismen bilden. Sondern die Konflikte und auch Kämpfe auf allen Gebieten des Angriffs: Die Auseinandersetzungen über Uber, Deliveroo in der „on-demand-Ökonomie“, Amazon in der Logistik und Produktion, bis zu den „Smart Cities“ und die damit verbundenen Vertreibungen als neue Form der Gentrifizierung.
Und schließlich die vorhergesehenen, weil schon im Fordismus virulenten Konsequenzen der Verschärfung der Unterschiede zwischen Arm und Reich, der Produktion neuer sozial-ökonomischer Spannungen wie Zoll- und Handelskriege, verbunden mit politischen Spannungen, wie etwa diejenigen zwischen den USA und China im Südchinesischen Meer.
Wenn wir von der Bedeutung der IT-Industrien als technologischem Angriff ausgehen, dann begreifen wir, warum die Welt von einer zunehmenden Konfliktualität erfasst ist und können besser darüber diskutieren, welche Rolle wir darin spielen müssen.

Über all das werden wir nach einem Beitrag von Detlef Hartmann gemeinsam diskutieren.

Fr 20.4.2018, 20h # Zenettistrasse 27 (Frevel)
Diskussion ueber den Kampf gegen die Gasleitung TAP

Von den fossilen bis zu den erneuerbaren Energien – alle werden ausgebeutet. Energiequellen werden vervielfacht mit dem Ziel, Waren zu produzieren, Kriege zu führen und die soziale Ordnung aufrecht zu halten, während den Personen die polizeiliche Lenkung ihrer Existenzen und die Zerstörung der Umwelt in den Gebieten, in denen sie leben, auferlegt werden.
All das wurde zum Ausgangspunkt genommen, um sich dem Bau der Gasleitung TAP (die über tausende Kilometer Gas von Aserbaidschan nach Apulien in Italien transportieren soll) entgegen zu stellen und dabei zu versuchen, den Kampf gegen eine spezifische Schädlichkeit mit der Blockade dieser Welt zu kombinieren. In der Absicht, weitere Horizonte zu eröffnen, außerhalb der Politik und jeder institutioneller und quantitativer Logik.
Nach einer Einführung von Gefärt_innen aus Apulien über TAP und den Kampf dagegen, wollen wir gemeinsam über Perspektiven, Möglichkeiten, Schwierigkeiten und die Frage der Energie diskutieren.

Sa 21.4.2018, 15h # Ligsalzstr. 44 (Kulturladen)
Smart City München – was soll der Scheiss?

Dieses Jahr beginnt die Stadt München ihr Experiment für eine „Smart City“ in die Praxis umzusetzen. In einigen Stadtteilen wird flächendeckend mit intelligenten Straßenlaternen, Smart-Metern und Share-Economy herumexperimentiert – alles mit dem Anspruch eine grüne und umso demokratischere Stadt zu schaffen. Die Installierung dieser neuen Technologien eröffnet nicht nur totalitäre Möglichkeiten der Überwachungund sozialen Kontrolle, sondern verändert auch das Verhältnis der Menschen zu ihrer Umgebung und der Art und Weise sich in dieser zu bewegen. Wenn sich die Macht wie ein Virus in den Strukturen unserer Umgebung verbreitet, werden wir selbst als auch unser Alltag zum Objekt in einem Experiment das unser Leben fremd bestimmt und im Sinne die Wirtschaft neu strukturiert.
Nach einer kurzen Einführung, wie das „Smarter Together“-Projekt der Stadt München aussehen soll, wollen wir diskutieren, welche Rolle dieses im Prozess der urbanen und sozialen Umstrukturierung einnimmt und welche Möglichkeiten uns offen stehen, sich diesem selbstbestimmt zu widersetzen.

Sa 21.4.2018, 20h # Ligsalzstr. 44 (Kulturladen)
Der Kampf gegen den Google-Campus in Berlin

Bei der Verfeinerung und Restrukturierung der Herrschaftsverhältnisse spielen Technologien eine immer wichtigere Rolle. Firmen wie Google werden immer mächtiger. Kontrolle, Abrichtung und Machtausübung wird unsichtbarer, präziser und immer vereinnahmender. Gegen das Vorhaben Googles, in Kreuzberg/Berlin einen Start-Up-Campus zu errichten, gibt es breiten Widerspruch.
Bei diesem spezifischen Projekt tauchen viele Fragen auf, die wir gerne nach einem Input (Anti-Google Cafe Berlin) diskutieren würden. Warum Google? Wie kann der technologische Angriff und die Idee einer herrschaftsfreien Welt an einem konkreten Projekt vermittelt werden? Was sind die Ziele? Für manche geht es nur um Gentrifizierung oder darum, den Ist-Zustand zu erhalten, was sind „unsere“ Ziele? Wie auf Affinitätsbasis agieren ohne sich zu isolieren? Wie mit reformistischen Protesten und Gruppen umgehen, die anscheinend ein gleiches temporäres Ziel haben? Wie den technologischen Angriff bekämpfen, der überall ist, aber auch schwer greifbar ist?

So 22.4.2018, 15h # Zenettistrasse 27 (Frevel)
Diskussion zum Kampf gegen Gentechnik

Einige Gefährt_innen aus der Schweiz werden uns die Zeitung “Rhizom” vorstellen: Eine “Anarchsitische Flugschrift zur Unterstützung des Kampfes gegen Gentechnik und die Welt die sie benötigt”, welche dreisprachig publiziert wird. Sie vertieft hierbei eine Kritik und Analyse des andauernden Versuches genmanipulierte Pflanzen anzubauen, zu testen, auf den Markt zu bringen und den möglichen Konsequenzen von all dem. Dabei zeigt sie, dass die genmanipulierten Pflanzen nur ein Aspekt der Kommerzialisierung der Welt, ein Aspekt der Ausbeutung, der totalen Kontrolle und Herrschaft sind.
Die Diskussion wird sich mit Möglichkeiten und Erfahrungen des Widerstandes gegen die Gentechnik und deren Netz der Herrschaft beschäftigen.

So 22.4.2018, 18h # Thalkirchnerstr. 102
Cryptocafe im Infoladen (Kafe Marat)

Falls ihr Fragen habt wie ihr euch vor Online-Durchsuchungen schützen könnt oder auf sonstige Probleme bei der Verschlüsselung eurer Daten und Kommunikation gestoßen seid: Kommt vorbei und informiert euch oder bringt eigene Ideen mit.

März 2018

Film: Aufstand in Patagonien (sp./ eng.)

Di, 6.03 20.00 Uhr

Patagonien zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Riesige Ländereien und unermesslicher Reichtum der Besitzer bei gleichzeitiger bitterer Armut der Landarbeiter bestimmen die Verhältnisse im Süden Argentiniens. Doch die Arbeiter sind nicht mehr bereit, die schlechten Arbeitsbedingungen und die unzureichende Bezahlung zu akzeptieren. Nach den ersten Arbeitskämpfen 1920 erreichen sie ein Abkommen mit den Landbesitzern, das diese jedoch nicht einhalten. Weitere Streiks und Besetzungen folgen und die Lage spitzt sich weiter zu bis das Militär gegen die Aufständischen vorgeht… ein Einsatz mit verheerenden Folgen, sowohl für die Arbeiter, als auch dem verantwortlichen Offizier, denn dieser hatte die Rechnung ohne den deutschen Anarchisten Kurt Wilckens gemacht.

 

Diskussion: Die Rolle des öffentlichen Nahverkehrs

Di, 13.03 20.00 Uhr

Immer teurere Tickets und nervige Macho-Kontrolleure, hohe Bussen und Strafanzeigen, überall Kameras und neue Riesen-Infrastrukturprojekte – der Münchner Nahverkehr ist tagtäglich Schauplatz eines Konfliktes zwischen MVG und Sicherheitskräften gegen alle armen und rebellischen Elemente in der Gesellschaft. Schwarzfahren, sich gegen Kontrolleure zur Wehr setzen als auch Vandalismus in und an Verkehrsmitteln etc. sind alles alltägliche Mittel, welche jene benutzen, die sich gegen den organisierten Wahnsinn innerhalb der geräderten Arbeitstransporte zur Wehr setzen wollen. Doch gehen wir einen Schritt zurück und fragen uns, welche Rolle der öffentliche Nahverkehr als Ganzes innerhalb der kapitalistischen Stadt spielt… nach welchen Gesichtspunkten ist er organisiert und wie beeinflusst er unseren Alltag? Was steht hinter der Forderung nach kostenlosem öffentlichen Nahverkehr? Welche Möglichkeiten und Potentiale birgt der Konflikt mit der MVG?

 

Briefe Schreiben an Gefangene

Do, 15.03 19.00 Uhr

All diejenigen, die sich nicht den Regeln und Gesetzen dieser Gesellschaft unterwerfen wollen oder können und gegen die Autorität rebellieren, sind mit Einsperrung konfrontiert. Wir wollen die Trennung in scheinbar zwei Welten– ein „innerhalb der Mauern“ und ein „außerhalb der Mauern“ – aufbrechen, indem wir der Isolation und Einsamkeit des Eingesperrtseins unsere Worte und Solidarität entgegensetzen. Es soll Raum geben für Gespräche, Diskussionen und Schreiben. Damit das Schreiben leichter fällt, können wir uns gegenseitig helfen und unterstützen. Briefmarken, Papier, Couverts, sowie Adressen von rebellischen Gefangenen und Tipps zum Schreiben werden ausliegen.

Vorleseabend zum Thema „Tagediebe & Taugenichtse“

Di, 20.03 20.00 Uhr

Manchmal begeistern uns Bücher, Texte, Gedichte oder einfach erlebte Geschichten so sehr, dass wir sie nicht für uns behalten wollen… Treffen wir uns, um uns gegenseitig diese Texte vorzulesen, über sie zu sprechen – egal aus welchem Grund sie uns begeistern, sie uns zum Lachen oder zum Nachdenken bringen, sie unsere Wut bestärken oder uns vor neue Fragen stellen. Das Thema dieses Vorleseabends wird „Tagediebe & Taugenichtse“ sein. Bringt Textauszüge, Kerzen, Kekse, Wein oder was ihr wollt mit.

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Februar 2018

Crypto-Cafe Mo, 26.2., 20 Uhr

Sowohl im Alltag als auch in der politischen Arbeit schreitet die Digitalisierung und Vernetzung rasant voran, jedoch wandert täglich mehr Infrastruktur in die Hände kapitalistisch motivierter Quasimonopolisten, während Bullen und Geheimdienste ihre Hintertüren in Soft- und Hardware platzieren und Regierungen sich ein Wettrüsten für den vermeintlichen Cyberkrieg liefern.

Im Crypto-Café stehen wir Dir mit Rat und Tat zur Seite, um Dir dabei zu helfen, Dich vor digitalen, staatlichen Eingriffen wie Online-Durchsuchungen bestmöglich zu schützen oder geben Dir eine Einführung in die Verschlüsselung von digitalem Speicher und Kommunikation.

Falls Du Tails installieren möchtest, bringe einen USB-Stick mit mindestens 8GB Speicherkapazität mit. Falls Du eines der alternativen Betriebssysteme Replicant oder Copperhead auf Deinem Smartphone installieren möchtest, informiere Dich auf der entsprechenden Webseite, ob es für Dein Smartphone-Modell verfügbar ist:

https://replicant.us
https://copperhead.co
https://lineageos.org

 

Abend der Bücher: „Worte aus dem Knast“

Di, 20.02, 20.00 Uhr

Manchmal begeistern uns Bücher, Texte, Gedichte oder einfach erlebte
Geschichten so sehr, dass wir sie nicht für uns behalten wollen...
Treffen wir uns, um uns gegenseitig diese Texte vorzulesen, über sie zu
sprechen – egal aus welchem Grund sie uns begeistern, sie uns zum
Lachen oder zum Nachdenken bringen, sie unsere Wut bestärken oder
uns vor neue Fragen stellen.
Das Thema dieses Vorleseabends wird „Worte aus dem Knast“ sein. Bringt
Textauszüge, Kerzen, Kekse, Wein oder was ihr wollt mit.

 

Di, 13.02, 20.00 Uhr

Es wird die Geschichte eines Mädchens erzählt, das in Teheran, Iran aufwächst und die Zeiten einer umfassenden Umwälzung erlebt, als der Schah vertrieben wird, und auch die darauf folgende Unterdrückung durch die neuen Machthaber, die ihre vom Islam geprägten Vorstellungen streng umsetzen.Trotz alledem widersetzt sie sich auf ihre eigene Art. Zeitweise lebt sie in Europa, um dem Krieg und dem repressiven Regime zu entkommen und erfährt, was hier als die große „Freiheit“ gilt.

Sprache: Deutsch


Januar 2018

Film: Bambule (90 min / Deutsch)

Do, 11.01. / 19 Uhr

Diese Gesellschaft versucht für Alles und Jeden Kategorien zu finden und jeder, dessen Individualität diesen Käfig sprengt, jeder, dessen Wildheit nicht zu bändigen ist, jeder, der sich nichts sagen lässt, wird für verrückt, kriminell oder schwer erziehbar erklärt und weg gesperrt, denn das Unkontrollierbare kann gefährlich werden. Der Film Bambule spielt über 24 Std. in einem Berliner Mädchenheim, seine Insassinnen lehnen sich gegen Autoritäten auf, wagen Fluchtversuche, zetteln einen Aufstand an, rebellieren gegen das was sie einsperrt.

 

Abend der Bücher: „Ungehorsam und Befehlsverweigerung“

Sa, 20.01/ 19 Uhr

Manchmal begeistern uns Bücher, Texte, Gedichte oder einfach erlebte
Geschichten so sehr, dass wir sie nicht für uns behalten wollen…
Treffen wir uns, um uns gegenseitig diese Texte vorzulesen, über sie zu
sprechen – egal aus welchem Grund sie uns begeistern, sie uns zum
Lachen oder zum Nachdenken bringen, sie unsere Wut bestärken oder
uns vor neue Fragen stellen.
Das Thema dieses Vorleseabends wird „Ungehorsam und Befehlsverweigerung“ sein. Bringt Textauszüge, Kerzen, Kekse, Wein oder was ihr wollt mit.

 

Dokumentation: Quiet Rage: The Stanford Prison Experiment

(50 min / Eng.)

Do, 25.01. / 19 Uhr

Das Stanford Prison Experiment fand 1971 in den USA statt. Geleitet wurde das ganze von Psychologie-Professor Philip Zimbardo, der für das US-Militär die möglichen Ursachen von Konflikten in entsprechenden Wärter-Insassen-Konstellationen untersuchen sollte. Insgesamt 24 Personen wurden mehr oder weniger zufällig der Rolle des Gefangenen oder der des Wärters zugeteilt. Im Keller der Universität wurden vorübergehend Zimmer zu Zellen umgebaut, die Gefangenen bekamen weiße Hemden mit ihrer Nummer zugewiesen und Strümpfe als Kopfbedeckung. Die Wärter bekamen ebenfalls eine Uniform, einen Schlagstock und dazu eine verspiegelte Sonnenbrille. Abgeschirmt von der Außenwelt sollte das Experiment 14 Tage dauern wurde aber nach 6 Tagen bereits abgebrochen nachdem es zu mehrern Misshandlungen an Gefangenen seitens der Wärter kam.

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Dezember 2017

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Oktober & November 2017

 

Diskussion über die neue Ausgabe der Avalanche

Do, 26.10, 19Uhr

In der 11. Ausgabe befinden sich zwei Texte aus Hamburg, die die Reflexionen einiger Gefährten vor und nach dem G20 Gipfel darlegen; ein anderer Text aus Berlin spricht von dem sich ankündigenden Kampf gegen den Google Campus in Kreuzberg; ein weiterer französischer Text berichtet und analysiert die diversen allgemeinen sozialen Konflikte und Bewegungen der letzten Jahre im dortigen Kontext und der letzte Text aus Montreal ist eine tiefgehende Analyse über stattgefundene und mögliche Kämpfe gegen Gentrifizierung und Stadtumstrukturierung.

 

Am Sa, den 28.10 bleibt die Bibliothek ausnahmsweise geschlossen!

 

Solidaritätsabend für Andreas Krebs

Di, 31.10, ab 20 Uhr

Andreas Krebs ist ein Freund und Bekannter, dessen Leben vom Kampf im und gegen den Knast gezeichnet ist. Nach 16-jähriger Gefangenschaft in Bayern und einigen Monaten auf freiem Fuß und in Klandestinität befindet sich die deutsche und italienische Justiz nun wieder auf der Hetzjagd nach Andi und so sitzt dieser momentan in einer JVA in Sachsen-Anhalt. Er ist akut von einer Auslieferung nach Italien bedroht, wo ihm Jahre der Isolation und Folter bevorstehen und braucht deswegen akut unsere Unterstützung und Solidarität! Diesen Abend wollen wir nutzen um über die Geschichte und Situation von Andreas zu informieren. Es gibt Essen und eine Spendenbox.

 

Offenes Treffen gegen Technologie und soziale Kontrolle

Do, 02.11, 19 Uhr

Diesen Winter wollen wir in München nutzen, um eine Veranstaltungswoche gegen den allgemeinen technologischen Wahn zu organisieren und zu planen. Alle, die ein Interesse haben die gegenwärtigen Entwicklungen und die Rolle, welche die Technologie in der Kontrolle, Fremdbestimmung und Herrschaft über unser Leben annimmt, zu hinterfragen und über sie zu diskutieren, sind eingeladen sich an diesem und den folgenden Treffen zu beteiligen.

In der Entwicklung einer anarchistischen Kritik der Technologie wollen wir nicht in abgehobenes Expertentum verfallen, sondern ein Verständnis für die uns umgebende sozialen und lokalen Realitäten ermöglichen, um in diese eingreifen und sie verändern zu können. Die Vorbereitungsphase soll nicht nur der Organisierung der Veranstaltungswoche dienen, sondern auch einem gemeinsamen Diskussionsprozess, um verschiedene anti-technologische Analysen und Perspektiven auf den Tisch zu bringen.

 

Die Stadt – besetzen oder zerstören?

Di, 07.11 20 Uhr

Angesichts einer Stadtentwicklung, die uns immer mehr verdrängt uns ausschließt, beschränken sich die Kritiker_innen oft auf eine Verteidigung des Alten und Bestehenden, des Bezahlbaren und Gerechteren – ohne all die Probleme des Existierenden zu sehen. Um die Entfremdung von unserer Umwelt zu überwinden, müssen wir die grundlegende Struktur der Stadt verstehen: Denn wie wir leben, kommunizieren, uns bewegen und träumen, kann nicht als neutral angesehen werden, da all dies durch die uns umgebende Wüste aus Glas und Beton geprägt wird. Die Tatsache, dass der Stadtraum nach den Maßstäben der Macht gestaltet und erneuert wird, ist nichts Neues. Man kann sogar sagen, dass die kapitalistische Gesellschaft sich mit dem Bau von Städten nicht nur heute, sondern schon seit jeher, die besten Voraussetzungen für ein reibungsloses Funktionieren schuf. Denn die Stadt scheint in ihrer Gesamtheit so konzipiert zu sein, dass sie die Masse der Bürger_innen auf streng regulierten und isolierten Bahnen in Bewegung hält: Vom Bett in die U-Bahn, in die Arbeit, in den Supermarkt, ins Bett – ohne Abweichungen.  Nicht wir formen die Stadt, sondern die Stadt formt uns. Aber können wir überhaupt frei zwischen den Mauern einer Stadt leben – in was für einer Stadt? Das ist die Frage die wir gemeinsam vertiefen wollen.

Crypto-Cafe

Mo, 13.11, 20 Uhr

Falls ihr Fragen habt wie ihr euch vor Online-Durchsuchungen schützen könnt oder auf sonstige Probleme bei der Verschlüsselung eurer Daten und Kommunikation gestoßen seid: Kommt vorbei und informiert euch oder bringt eigene Ideen mit.

Abend der Bücher: Freie Liebe

Do, 16.11 19 Uhr

Manchmal begeistern uns Bücher, Texte, Gedichte oder einfach erlebte
Geschichten so sehr, dass wir sie nicht für uns behalten wollen…
Treffen wir uns, um uns gegenseitig diese Texte vorzulesen, über sie zu
sprechen — egal aus welchem Grund sie uns begeistern, sie uns zum
Lachen oder zum Nachdenken bringen, sie unsere Wut bestärken oder
uns vor neue Fragen stellen.
Das Thema dieses Vorleseabends wird „FREIE LIEBE“ sein. Bringt
Textauszüge, Kerzen, Kekse, Wein oder was ihr wollt mit.

Russland 1917: Revolution und Gegenrevolution

Sa, 18.11, 18 Uhr

Die Geschichte ist durchzogen von mal mehr und mal weniger grundlegenden Versuchen, die jeweils herrschende Ordnung auf den Kopf zu stellen, also gegen sie zu revoltieren. Versuche, in welchen gewisse Teile jener „Revolutionäre“ die Gelegenheit sahen, sich an die Macht zu putschen um die wilden und ungeordneten revolutionären Prozesse in der Gesellschaft zu zentralisieren und zu militarisieren – ihnen ihre eigenen Strukturen und Programme aufzuerlegen und diejenigen, die weiterhin für die Freiheit kämpften an die Wand zu stellen. Ein 2016 veröffentlichter Text mit dem Titel „Revolution und Gegenrevolution” befasst sich mit der vereinnahmenden und gegenrevolutionären Rolle der bolschewistischen Partei im Russland des frühen 20.Jahrhunderts. Nach einem Input wollen wir gemeinsam diskutieren, was solche Erfahrungen im Hier und Jetzt für all die bedeuten könnte, die nicht bereit sind, ihre Revolte unter dem Leichentuch einer Parteiflagge oder einer Ideologie begraben zu lassen, sondern sie kompromisslos gegen jede Form der Herrschaft und Unterdrückung wenden wollen. (Den Text findet ihr im Vorfeld in der Bibliothek & hier)

 

Diskussion über Affinität und informelle Organisation

Do, 23.11, 19 Uhr

Wenn wir uns fern von formellen Organisationen, Strukturen und Gruppen organisieren wollen, stellt sich die Frage, mit wem wir uns vorstellen können, tatsächlich zum Handeln überzugehen. Wenn wir den Begriff der Affinität nicht im Regal verstauben lassen wollen, um ihn in alten Kategorien ruhen zu lassen, dann geht es darum mit anderen möglichen Komplizen und Gefährten in Beziehung zu treten, um die gegenseitige sowie die eigene Kenntnis zu vertiefen – also sich darüber klar zu werden, was man will und mit welcher Perspektive.

Warum reden wir von Affinität? Was ist eine informelle Organisation und inwiefern kann sie für Anarchisten nützlich sein?

Lasst uns Erfahrungen, Gedanken und Fragen aufwerfen um lebhaft dem näher zu kommen was wir unter Affinität und informeller Organisation verstehen.

Lesevorschlag: ARCHIPEL; Affinität, Informelle Organisation und Aufständische Projekte (in der Bibliothek erhältlich)

Überraschungsfilm-Doku

Di, 28.11, 19.00 Uhr

Von rassistischen Pogromen in den 90ern zu Asylrechtsverschärfungen, vom Abschiebesystem zu Sabotage, vom Flughafen zum Kabelsalat…

 

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Die Bibliothek ist den ganzen September geschlossen.

Ab Oktober geht es wieder weiter zu den gewohnten Öffnungszeiten.

 

 

JULI 2017

Filmvorstellung: “MIAU”

Di, 11.07. / 20:00 Uhr

(“Movimiento insurrecto por la autonomía de una misma” / Spanisch mit deutschen Untertiteln / 82 Min.)

In dieser Gesellschaft, in der wir Leben, haben wir den Bezug zu unseren Körpern fast komplett verloren, wir sollen funktionieren um leistungsfähig zu sein. Anstatt Symptome zu ersticken, müssen wir diesen auf den Grund gehen und auf uns hören und unseren Körper kennenlernen. Themen wie Gesundheit und Selbstoptimierung schreien uns derzeit aus jeder Werbetafel entgegen, aber diese Vorschläge uns gesund zu ernähren, Sport zu machen sind einzig da um Profit zu machen und uns wieder zum funktionieren zu bringen. Da dieses jedoch nichts mit Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit zu tun hat, wollen wir ihr Spiel nicht mitspielen. Wir wollen einen Diskurs anstoßen, wie wir das Bewusstsein zu unserem Körper wieder erlangen können, aber mit selbst gewählten Mitteln und weiter gegebenem Wissen. Wir wollen unseren Körper entdecken und verstehen.

Der Film beschäftigt sich mit dem biologisch „weiblichen“ Körper, wir wollen uns nicht vorschreiben lassen, wie wir mit ihm umzugehen haben, deswegen wollen wir über Dinge wie Verhütung, Abtreibung, die Beziehungen zu unseren Körpern, etc. sprechen, die in unserem Leben kaum Platz haben, oft Tabu sind oder denen Ignorant entgegen getreten wird.

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Diskussion über die Gaspipeline TAP

Do, 27.07. / 20 Uhr

Im Frühling diesen Jahres begannen bei Lecce (Süditalien) die Bauarbeiten für die Gaspipeline TAP. Gegen dieses Projekt, das europäische, italienische und regionale Regierungen als „strategisch günstig“ auffassen und daher mit aller Macht durchsetzen wollen, regt sich bereits seit längerem Widerstand. Einerseits von der bürgerlichen Seite, die mit Petitionen, der Gründung eines No-TAP-Komitees, mit jeder Menge prominenten „charismatischen“ Führungspersönlichkeiten und durch dem Dialog mit Herrschenden und Bullen versucht, die „Bewegung“ zu vereinnahmen und die TAP wenn sie sich schon nicht verhindern lässt so wenigstens an einem anderen Ort an Land gehen sehen möchte. Andererseits kommt es jedoch auch immer wieder zu direkten Angriffen auf Verantwortliche und einige Individuen versuchen, anarchistische Ideen und eine Art der Kommunikation und Konfrontation in diesen Kampf zu tragen, die mit der Politik, der Delegation und der Repräsentation brechen. Diskussion über den Widerstand gegen die TAP und die Möglichkeiten und Schwierigkeiten einer anarchistischen Intervention in soziale Kämpfe.

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JUNI 2017

Ein Jahr Frevel! Frivoler Jubiläums-Umtrunk.Trank, Speis und Freude
16. Juni / ab 17 Uhr

Lesung mit Dimitri Todorov!

„22 Jahre Knast“: Gefängnisalltag und -revolten…

24. Juni / 20 Uhr

„Vom Kurzschluss zum sozialen Blackout!“ Textdiskussion ab 20 Uhr – Text erhältlich in der Bibliothek & hier : Text:Vom Kurzschluss zum sozialen Blackout

27. Juni / 20 Uhr

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MAI 2017

Diskussion über die neue Ausgabe der Avalanche

Do, 25.05., 20:00 Uhr

Die Avalanche ist eine regelmäßig in verschiedenen Sprachen erscheinende Zeitung, die versucht Beiträge anarchistischer Interventionen und Kämpfe über Grenzen und Sprachbarrieren hinweg miteinander in Austausch zu bringen. Kämpfe, die autonom, selbstorganisiert und direkt auf die Zerstörung der Macht in all ihren Formen abzielen; Kämpfe, die sich gestern ereigneten, gerade passieren oder sich in der Zukunft ankündigen. Eine Zeitung, die versucht über fragmentarische Nachrichten und Informationen hinauszugehen, um eine Verbindung und mögliche Korrespondenz zwischen den sich international vermehrenden anarchistischen Publikationen und Initiativen zu ermöglichen.
In der April-Ausgabe der Zeitung befinden sich zwei Texte aus den USA, die sich kritisch mit dem riesigen Streik der Gefangenen im letzten September auseinandersetzen; ein chilenischer Text, der über den seit langer Zeit andauernden Kampf der Mapuche reflektiert; ein Text aus Süd-Italien, der zum Kampf gegen die Gaspipeline TAP aufruft; ein deutscher Text, der über das vor kurzem verabschiedete bayerische Integrationsgesetz und die sich dagegen richtende Proteste spricht; als auch ein Text von einer französischen Solidaritätskasse, die auf Grund diverser Verhaftungen innerhalb der Unruhen der letzten Monate auf die Dringlichkeit von Unterstützung hinweist.

Die Avalanche gibt es in der Bibliothek oder auf avalanche.noblogs.org.

 

Filmvorführung & Diskussion: Die Ermordung des italienischen Königs Umberto I. durch den Anarchisten Gaetano Bresci

Di., 30.05., 20:00 Uhr

Die Dokumentation beschäftigt sich mit dem Königsmörder Bresci. Verschiedene Interviews und Analysen setzen sich mit dem damaligen Kontext um 1900 in Italien und Brescis Motivation auseinander, mit einem individuellen Racheakt die grausame Unterdrückung nicht länger hinzunehmen, sondern direkt anzugreifen.

Was können individuelle Racheakte, wie der Brescis im Hier & Heute für eine Relevanz haben?

Brescis Intention war es, ein Symbol zu ermorden. Wer oder was sind heutzutage die Ausdrücke, Verantwortliche oder Symbole der Macht und Unterdrückung?

Crypto-Cafe: Fragestunde(n)

Mi, 31.05., 20:00 Uhr

Falls ihr allgemeine Fragen habt, nicht wisst wie ihr Qubes OS installieren könnt oder vergessen habt wie ihr die neuste Version von Tails auf einen USB-Stick installiert seid ihr beim Crypto Cafe genau richtig. Auch wenn euch die vorherigen Sätze überhaupt nichts sagen, ihr aber Interesse an einer Verschlüsselung eurer Kommunikation und Daten habt. Das Crypto Cafe bietet dafür einen Ort zum Austausch und ihr erhaltet Infos über Möglichkeiten zum digitalen Selbstschutz.

Filmvorführung & Diskussion: „Der Aufstand der Würde“

Sa, 03.06., 19:00 Uhr

65 Minuten / Dokumentarfilm über die zapatistische Bewegung in Chiapas / Mexiko

Am 1. Januar 1994 erhoben sich die Zapatistas, eine Bewegung aus indigenen Kleinbäuer_innen aus Chiapas/Mexiko, mit einem „¡Ya Basta!“ / „Es reicht!“ gegen Regierung, neoliberalen Kapitalismus, Rassismus und Ausbeutung. Seit 20 Jahren leben sie nun in ihren über 1.000 Gemeinden eine auf Gleichberechtigung, Basisdemokratie und Solidarität basierende Alternative. Ihre anhaltende und gelebte Revolution hat dabei viele andere Menschen weltweit inspiriert.

Wie organisieren sich die Zapatistas? Was sind ihre Forderungen? Was sind ihre Fortschritte? Wo gibt es Probleme? Wie reagiert der Staat? Der Film bietet eine anschauliche Einführung und einen guten Überblick über die zapatistische Bewegung und zeigt die weltweite Bedeutung ihres Kampfes auf. Dabei lässt er die Zapatistas selbst zu Wort kommen.

Anschließend Diskussion.

 

Diskussion über Eigentum

Di, 06.06., 19:00 Uhr

Warum gibt es Menschen, die etliche Häuser besitzen, während andere jeden Tag schuften und bezahlen müssen um ein Dach über dem Kopf zu haben? Wie kann es sein, dass in München hunderte Häuser leerstehen und gleichzeitig tausende Menschen Obdachlos sind?

Der Kapitalismus ist ein Prozess der permanenten Enteignung von Arbeitskraft, Kreativität, Lebensraum und Selbstbestimmung. Die bestehende Ordnung integriert alles und jeden in die Eigentumslogik, um ihr fortbestehen zu sichern. Aufrechterhalten werden die Eigentumsverhältnisse erst durch den Staat, durch seine Bullen, Kameras, durch das Gesetz und das Gefängnis, aber gleichzeitig auch durch die Akzeptanz derer, die lieber betteln, fordern und um Erlaubnis fragen statt zuzugreifen. Erst wenn wir uns unser Leben uns somit auch unsere Umgebung und das was wir zum Leben brauchen wiederaneignen, fangen wir an mit der Abhängigkeit die uns auferlegt wurde zu brechen. Wie könnte eine solche Wiederaneignung aussehen? Wie können wir Momente kreieren, durch die das Eigentumsprinzip und dadurch auch die Herrschaftsverhältnisse konkret in Frage gestellt werden?

 

APRIL 2017

Polizeiliche Belagerung in Giesing – Warum?

M i , 19.04. / 20 Uhr

In den letzten Monaten konnte man beobachten, wie die Cops immer öfter riesige „Schwerpunktaktionen“ in Giesing koordinieren. Massenfestnahmen wegen Musik auf der Straße, tagelange Observationen des Viertels durch Hundertschaften um Sprüher festzunehmen, wöchentlich dutzende Festnahmen und überhaupt: Überall Polizei, ob zu Fuß oder im Auto, ob zivil oder uniformiert – Giesing wird bei Tag und Nacht zunehmend belagert. In Zeiten von „Anti-Terror-Gesetzen“ und „Sicherheitsoffensiven“ zeigt sich hier, in dem immer teurer und schicker werdenden München, die harte Hand des Staates. Für die neu zuziehenden Reichen rollt die Stadt den roten Teppich aus und intensiviert zur gleichen Zeit die Jagd auf alle Unerwünschten und Gesetzlosen. Ist das die Stadt, die wir wollen – eine Stadt der Luxuslofts in deren Schatten hunderte in Polizeigewahrsam und Gefängniszellen verschwinden?

Wem gehört die Stadt – den Bewohnern oder den Bullen?

Lassen wir uns die polizeiliche Belagerung Giesings gefallen – oder nehmen wir uns die Straße zurück?

 

 

Verdeckte Ermittler*innen in politischen Zusammenhängen

D i , 25.04. / 20 Uhr

Verdeckte Ermittler*innen sind Polizeibeamt*innen, die für einen mehr oder wenigerkonkreten Ermittlungsauftrag und für unterschiedlich lange Zeit in Zusammenhänge ‚eingeschleust‘ werden, die dem Staat ein Dorn im Auge sind. Sie sind ein besonderswiderlicher aber eben auch ganz normaler Teil polizeilicher und geheimdienstlicher Überwachungs- und Repressionsarbeit. Nicht immer, aber immer wieder werden verdeckte Ermittler*innen enttarnt. Zwischen November 2014 und Mai 2016 waren es in Hamburg allein drei. Anhand dieser Beispiele wollen wir uns mit den Methoden und Vorgehensweisen von verdeckten Ermittler*nnen beschäftigen und über Möglichkeiten diskutieren, wie wir uns schützen können. Dafür haben wir zwei Genoss*innen aus Hamburg, die sich in den letzten Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben, eingeladen.

 

Crypto-Cafe

M i , 26.04. / 20 Uhr

Auf lange Sicht sind die Möglichkeiten zum digitalen Selbstschutz unzureichend und wir werden uns nicht dauerhaft einer staatlichen Überwachung entziehen können. Umso wichtiger ist es deshalb Strategien für einen kollektiven Widerstand gegen den technologischen Angriff zu entwickeln. Von daher: kommt vorbei, diskutiert mit uns – auch wenn ihr technische Fragen oder eigene Ideen habt. Diesemal wird im Crypto-Cafe die „Freedombox“ vorgestellt, diese dient dazu, die Sicherheit eurer Homerouter zu erhöhen, die Sicherheit des Tornetzwerks zu erhöhen und zum Aufbau dezentraler autonomer Kommunikationsstrukturen.

Für mehr Infos schaut auf https://freedombox-foundation.org/learn/.

 

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MÄRZ

Diskussion über Feindbilder in der Demokratie

D i , 14.03. / 20 Uhr

Früher waren es mal der internationale Faschismus, mal der Realsozialismus, heute sind es der IS, die AfD und Donald Trump: Feindbilder sind seit jeher eines der wichtigsten Mittel demokratischer Staaten, um ihre ideologische Rechtfertigung aufrecht zu erhalten. Alle, von der Arbeitslosen bis zum Staatsoberhaupt oder Wirtschaftsboss, sind aufgerufen, die Reihen gegen das „absolute Böse“ zu schließen und sich zur Demokratie als angeblich größtmöglicher Freiheit bekennen. Wie gut das funktioniert, zeigen heute Parolen wie „Je suis Paris“ oder dem nun geforderten Zusammenrücken der EU gegen Donald Trump. Wenn für uns klar ist, dass wir diesen Aufrufen nicht folgen, wie machen wir in einem Klima, in dem es anscheinend nur die Seite der Demokratie oder der Barbarei zu wählen gibt, die eigene Kritik an jeder Form von Autorität, ob demokratisch oder nicht, durch Worte und Taten verständlich?

 

Diskussion über die Aufwertung des Schlachthofviertels

S a , 18.03. / 19 Uhr

Die Stadt verändert sich schnell. Und das nicht zu Gunsten von Menschen mit wenig Geld. Gefangen in der Architektur der Stadt, haben wir nicht die Möglichkeit unsere Viertel, Häuser und Straßen in denen wir leben und wohnen zu gestalten. Plump formuliert: Es ist das Geld, das unsere Lebensbedingungen strukturiert. Das Schlachthofviertel wird sich in den nächsten Jahren mit Baustellen und Maßnahmen konfrontiert sehen, die vielleicht die „Lebensqualität“ verbessern. Aber wessen „Lebensqualität“ wird verbessert, wenn sich viele diese vermeintliche Qualität nicht mehr leisten können? Etliche neue Luxusbauten (Rodenstockgelände) prägen schon jetzt das Viertel und die kommenden Baumaßnahmen (Schlachthofgelände) werden dies noch tiefer gehend tun. Was werden die kommenden Entwicklungen bewirken und was sehen wir für Möglichkeiten?

 

Diskussion: „Gute Technologie?

D i , 21.03. / 20 Uhr

Gibt es sie, diese „gute“ oder „neutrale“ Technologie und ist es um die digitalisierte Herrschaft anzugreifen notwendig, zunächst den Umgang mit digitalen Mitteln zu erlernen ? Ausgehend von diesen Fragen kommt Alfredo Bonanno in diesem Text zu dem Schluss, dass die telematische Technologie die Trennung zwischen eingeschlos sen und ausgeschlossenen Menschen auf ein nie gekanntes Maß steigert, und dass eine rein „kritische“, „destruktive“ Verwendung dieser nicht möglich ist, da mit ihrer Anwendung immer ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis einhergeht. Den Text findet ihr in der Bibliothek und in der 2. Ausgabe der „Erstürmung des Horizonts“ (ebenfalls in der Bibliothek erhältlich).

 

Vorleseabend :„Knastgeschichten“

D o , 23.03. / 19 Uhr

Bücher können begeistern, mitreißen, inspirieren und zum Nachdenken bringen. An diesem Abend laden wir alle Bücherbegeisterten und alle die gerne zuhören dazu ein, Bücher oder Gedichte mitzubringen um zum Motto des Abends passende Textstücke vorzutragen. Bei Kerzenschein und Wein werden wir uns an besagtem Abend sogleich ins Vergnügen stürzen um gemeinsam vorzulesen, zu lauschen, zu plaudern und zu diskutieren. Das Abendmotto für diese gemeinsameVorlesestunde lautet „Knastgeschichten“.

Film: die Strategie der Schnecke

S a , 25.03. / 20 Uhr

116 Minuten/ Spanisch mit englischen Untertiteln 1993, Bogotá, Kolumbien: Die Bewohner und Bewohnerinnen eines Hauses sehen sich mit einem sehr konkreten Auswuchs der globalen kapitalistischen Realität konfrontiert. Ihnen droht die Zwangsräumung, denn sie leben in einer Gesellschaft, die auf Eigentum basiert und dieses wird durch den Staat geschützt und durchgesetzt. Und das ist die Voraussetzung für die Erpressung mit der unser Wohn- und/oder Lebensraum unserer Selbstbestimmung entzogen wird. Angesichts dieser auch heute und in der Realität sehr präsenten Gefahr entscheiden sich die Menschen des Hauses dazu, sich kollektiv zur Wehr zu setzen um sich zu nehmen, was sie brauchen. Nicht zu Letzt ist es ein Anarchist, der den ent- scheidenden Handlungsvorschlag bringt. Seine Idee ist es das Unmögliche zu probieren und so erreichen sie doch das Mögliche. In Laufe ihres Kampfes finden sich neue, ungeahnte Komplizen, Probleme treten auf und Feinde werden deutlich.

 

Crypto-Cafe

M i , 29.03. / 20 Uhr

Auf lange Sicht sind die Möglichkeiten zum digialen Selbstschutz unzureichend und wir werden uns nicht dauerhaft einer staatlichen Überwachung entziehen können. Umso wichtiger ist esdeshalb Strategien für einen kollektiven Widerstand gegen den technologischen Angriff zu entwickeln. Von daher: kommt vorbei, diskutiert mit uns – auch wenn ihr technische Fragen oder eigene Ideen habt.

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FEBRUAR

Lesetag
Jeden Donnerstag / 17 – 20 Uhr

Es wird ungemütlicher in der Stadt, die Kälte breitet sich in den Straßen und Gassen aus und an Orten draußen an die man sich sonst zum Lesen, Schreiben oder einfach nur zum Nachdenken zurückgezogen hat, herrscht nun Leere. Die Bibliothek soll auch ein Ort sein um dieser Leere zu trotzen, deshalb wird Frevel in nächster Zeit dreimal die Woche geöffnet sein. Donnerstags ist die Bibliothek nun von 17-20 Uhr geöffnet um sich mehr Zeit zum Lesen, Schmökern, Schreiben und Teetrinken zu nehmen. Bitte respektiert wenn Leute Ruhe brauchen um sich zu konzentrieren, zum quatschen ist die Sitzecke vor der Bibliothek auch perfekt geeignet.

Filmvorführung: “Das Netz”
Di, 07.02. / 20 Uhr

„Gefiele es Ihnen, wenn die Menschen in einer virtuellen Welt leben? Dass Maschinen klüger sind als Menschen? Dass Menschen, Tiere und Pflanzen künftig Produkte von Technologie sind?
Wenn Ihnen das nicht gefällt, ist für Sie die Computer- und Biowissenschaft offensichtlich gefährlich…“
(- Ted Kaczynski)
Der Dokumentarfilm „Das Netz“ (2004) von Lutz Dammbeck taucht ein in die Entstehungsgeschichte moderner Technologie. In Gesprächen und Nachforschungen tut sich auf, wie die Entwicklung des Internets und der modernen Informatik eng mit LSD-Tests, geheimen Militärprogrammen und der Idee der Kybernetik verwoben war. Der Regisseur trifft nicht nur auf die Wegbegleiter neuer Technologien, sondern tritt auch in Korrespondenz mit dem inhaftierten Theodore Kaczynski – dem (angeblichen) „Unabomber“ – welcher für zahlreiche Anschläge auf Technokraten schuldig gesprochen wurde und vom „Harvard-Mathematiker“ zum Überbringer tödlicher Briefbomben wurde.

Vorleseabend:
“Gewalt; Ja oder Nein?”
Fr, 17.02. / 19 Uhr

Bücher können begeistern, mitreißen, inspirieren und zum Nachdenken bringen. An diesem Abend laden wir alle Bücherbegeisterten und alle die gerne zuhören dazu ein Bücher oder Gedichte mitzubringen um zum Motto des Abends passende Textstücke vorzutragen. Bei Kerzenschein und Wein werden wir uns an besagtem Abend sogleich ins Vergnügen stürzen um gemeinsam vorzulesen, zu lauschen, zu plaudern und zu diskutieren. Das Abendmotto für die zweite gemeinsame Vorlesestunde lautet „Gewalt: Ja oder Nein?“.

Diskussion über die demokratische Grundidee und ihre Methoden
Di, 21.02. / 19 Uhr

Als Individuen, die ein Problem mit Autorität haben, wenden wir uns gleichermaßen gegen Delegation und Repräsentation. Also die Grundpfeiler, auf denen die demokratische Ordnung und ihre Prinzipien und Entscheidungsverfahren (z.B. Mehrheitsprinzip, Abstimmungen) beruhen. Wir wollen die Entscheidungen, die unser eigenes tägliches Leben betreffen nicht in die Hände von anderen legen und nicht unsere Stimme abgeben, damit jemand anderes an unserer Stelle für uns spricht.
Kann die demokratische Grundidee und/oder ihre Entscheidungsverfahren für uns als Anarchisten und Antiautoritäre von Interesse sein? Wenn die Herrschaftslosigkeit in unseren Werkzeugen und Mitteln lebt, die wir benutzen um zu kämpfen, ist das Anwenden demokratischer Mittel ein Widerspruch dazu? Auf welche Art und Weise wollen wir im Hier und Jetzt Entscheidungen treffen,  wenn wir uns in einer größeren Ansammlung von Menschen befinden?

Crypto-Cafe
Mi, 22.02. / 20 Uhr

Workshop: EMailverschlüsselung mit Thunderbird und GPG (OpenPGP)

Der Workshop beinhaltet das Einrichten einer nutzbaren EMail-Adresse, sowie der dafür notwendigen Software (es werden alle gängigen Betriebssysteme unterstützt). Falls es euer Zeitfenster zulässt, könnt ihr anschließend noch den Austausch und das Mailen mit Anwesenden üben.
Vergesst eure Rechner nicht!

Über die Situation in der Türkei
Sa, 25.02. / 19 Uhr

Das Erdogan-Regime in der Türkei verfolgt bereits seit Längerem eine  zunehmend repressive und konservative Linie. Am 15. Juli 2016 kam es  zu einem Putschversuch gegen die Regierung, wobei verschiedene Aspekte  darauf hinweisen, dass es sich um ein inszeniertes Ereignis handelt.  Seither herrscht der Ausnahmezustand vor, welcher von der Regierung  dazu genutzt wird, um kurzfristige Gesetzgebungen zu eigenen Gunsten  zu beschliessen. Es findet eine immense Repressionswelle statt,  infolge derer bereits mehrere Zehntausend Menschen festgenommen  wurden. Gerade fortschrittliche und revolutionäre Kräfte sowie die  kurdische Bewegung sind Opfer dieser „Säuberungen“. Gleichzeitig nimmt  die institutionelle Religion einen zunehmend dominanten Raum ein.
Wir möchten über die Situation seit dem Putschversuch informieren sowie über die Folgen, die sie in verschiedenen Bereichen der  Gesellschaft hat. Auf die türkische Aussenpolitik werden wir ebenfalls  kurz eingehen. Danach möchten wir darüber diskutieren, wie eine  anarchistische Perspektive in dieser Situation aussehen könnte.

 

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JANUAR

 

Filmvorführung: “9 Tage hinter den Barrikaden ”
Sa, 7.01. / 20 Uhr

Kopenhagen, September 1986: Eine Wohnbaugesellschaft, Besitzerin eines Hauses, welches seit drei Jahren besetzt ist und von rund 60 Personen bewohnt wird, will besagtes Haus abreißen lassen. Am Tag vor der angekündigten Räumung wird die Gunst der Stunde genutzt um während einer Solidemo am anderen Ende der Stadt das Haus weiträumig in alle Richtungen zu verbarrikadieren und sich andersweitig vorzubereiten. Der vorliegende Film (ca. 50 Min.) der von Betroffenen in Absprache mit den restlichen Hausbesetzern realisiert wurde, dokumentiert über neun Tage das Geschehen hinter den Barrikaden und versucht so einen Einblick in den Kampf um das Haus, Entscheidungen die getroffen werden, Konflikte die entstehen und Möglichkeiten die sich daraus ergeben, zu gewähren.
Ein Ort der sich aus verschiedenen Gründen seiner Kontrolle und Verwertung entzieht und den Warenfluss unmöglich macht, bricht mit dem geregelten Alltag und ermöglicht somit ein Handeln und Aufeinandertreffen fernab von Profit und Effizienz.

Diskussion über die neue Ausgabe der Avalanche
Do, 12.01. / 20 Uhr

Die Avalanche ist eine regelmäßig auf deutsch, englisch, französisch und spanisch erscheinende Zeitung, die versucht Beiträge anarchistischer Kämpfe über Grenzen und Sprachbarrieren hinweg miteinander in Austausch zu bringen. Kämpfe, die autonom, selbstorganisiert und direkt auf die Zerstörung der Macht in all ihren Formen abzielen; Kämpfe, die sich gestern ereigneten, gerade passieren oder sich in der Zukunft ankündigen. Beiträge, die informell und autonom organisierten anarchistischen Kämpfen entspringen und versuchen Ideen zu vertiefen und zu schärfen: Seien es Experimente mit praktischen Projekten oder deren kritische Betrachtung, Korrespondenzen zwischen Gefährten oder Erkundungen subversiver Perspektiven, seien es in die Praxis umgesetzte Angriffe auf das Voranschreiten der Macht oder die Agitation gegen das Resignieren und Akzeptieren der Existenz von Herrschaft. Eine Zeitung, die versucht über fragmentarische Nachrichten und Informationen hinauszugehen, um eine Verbindung und mögliche Korrespondenz zwischen den sich international vermehrenden anarchistischen Publikationen und Initiativen zu ermöglichen.
Die Avalanche gibt es in der Bibliothek oder auf avalanche.noblogs.org.

Leseabend bei Kerzenschein
Fr, 20.01. / 19 Uhr

Bücher können begeistern, mitreißen, inspirieren und zum Nachdenken bringen. An diesem Abend laden wir alle Bücherbegeisterten und alle die gerne zuhören dazu ein, Buch oder Text mitzubringen um zum Motto des Abends passende Textstücke vorzulesen. Bei Kerzenschein und Wein werden wir uns an besagtem Abend  sogleich ins Vergnügen stürzen um gemeinsam vorzulesen, zu lauschen, zu plaudern, zu diskutieren. Das Motto dieses Abends lautet „Der Einzelne gegen die Gesellschaft“.

Film & Diskussion:Die Revolution und der Bürgerkrieg in Syrien
Di, 24.01. / 20 Uhr

Was vor über sechs Jahren, im Rahmen des arabischen Frühlings, als einer der tiefgreifendsten revolutionären Versuche unsere Epoche begann hat sich heute zu einem Bürgerkrieg entwickelt, der anscheinend nur noch Schreckensnachrichten produziert. Dass ist kein Zufall, sondern eiskalte Berechnung: Der Bürgerkrieg ist eines der letzten Mittel der Herrschaft, wenn eine Gesellschaft vor einem revolutionärem Umbruch steht, ähnlich zu der Situation 1936 in Spanien, wo der Revolutionsversuch schließlich auch zwischen Militarisierung und Opportunismus zermalmt wurde.
Die Dokumentation „Requiem for Syria“ (2016, ca. 30 Min/engl. mit deut. Untertiteln) gibt einen kurzen Überblick über die verschiedenen Akteure in Syrien und verschafft (soweit das möglich ist) einen groben Überblick über die Situation.
Ohne allzu spezifisch auf die Lage vor Ort eingehen zu wollen, werfen die Entwicklungen in Syrien viele Fragen auf, die für uns als Anarchistinnen von großer Bedeutung sind:
Wie kann man sich in einem militärisch geführten Konflikt der militärischen Logik (Armee gegen Armee) entziehen?
Was bedeutet in so einem Fall Solidarität und was für Handlungsoptionen gibt es hier für uns?
Kann ein revolutionärer Versuch in einem geografisch beschränkten Ort „Erfolg“ haben?

Crypto Cafe
Mi, 25.01. / 19 – 23 Uhr

Von jetzt an findet jeden letzten Mittwoch im Monat das Crypto Cafe statt.
Es gibt Möglichkeiten sich gegen die massenhafte Überwachung durch Geheimdienste und kommerzielle Dienste wie Google zur Wehr zu setzen. Das Nutzen bestimmter Software sowie der dauerhafte Umstieg auf Linuxbetriebssysteme und eine entsprechende Systemverschlüsselung kann uns vor staatlicher Repression schützen. Falls ihr Fragen habt, nicht wisst wie ihr Linux installieren könnt oder vergessen habt, wie ihr die neuste Version von Tails auf einen USB-Stick installiert, seid ihr beim Crypto Cafe genau richtig. Auch wenn euch die vorherigen Sätze überhaupt nichts sagen, ihr aber Interesse an einer Verschlüsselung eurer Kommunikation und Daten habt. Das Crypto Cafe bietet euch einen Ort zum Austausch und hier erhaltet ihr Infos über Möglichkeiten zur digitalen Selbstverteidigung.

Textdiskussion: “Jenseits von Feminismus, jenseits von Geschlecht”
Di, 31.01. / 20 Uhr

Der Text ist dem Buch „Eigenwilliger Ungehorsam“ entnommen und ist in der Bibliothek erhältlich.
„(…) Es ist sowohl ein Klischee als auch falsch zu behaupten, dass Männer und Frauen gleichermaßen durch ihre Geschlechterrollen unterdrückt werden. Die männliche Geschlechterrolle erlaubt einen größeren Spielraum den eigenen Willen durchzusetzen. Ebenso wie es für Frauen bei der Befreiung von ihren Geschlechterrollen nicht darum geht, männlicher zu werden, sondern vielmehr darum, sich über ihre Weiblichkeit hinwegzusetzen, ist es für Männer nicht der Punkt femininer zu werden, sondern über ihre Männlichkeit hinaus zu gehen. Es geht darum, das Innerste der Einzigartigkeit zu entdecken, die in jedem von uns steckt, und jenseits aller gesellschaftlicher Rollen liegt, und sie zum Ausgangspunkt für unser Handeln, Leben und Denken zu machen, im sexuellen Bereich wie in allen anderen auch. Das Geschlecht trennt die Sexualität von der Ganzheit unseres Seins, versieht sie mit spezifischen Wesenszügen, die der Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Ordnung dienen. So wird die sexuelle Energie, die ein überwältigendes revolutionäres Potenzial haben kann, in die Reproduktion der Beziehungen von Herrschaft, Unterwerfung, Abhängigkeit und Verzweiflung gelenkt. (…) Aus einer revolutionären Perspektive ist es nutzlos, die Natur der Geschlechterrollen zu ändern, ihre Anzahl zu erhöhen oder ihre Form zu modifizieren, was nicht mehr heißt, als die Form der Kanäle mechanisch anzupassen, die unsere sexuelle Energie kanalisieren. Statt dessen müssen wir uns unsere sexuelle Energie wieder aneignen, um sie wieder in die Totalität unseres Seins zu integrieren, um derart expansiv und kraftvoll zu werden, dass wir jeden Kanal sprengen und die Ebenen der Existenz mit unserem unbeherrschbaren Sein überfluten. Dies ist keine therapeutische Aufgabe, sondern vielmehr eine der aufsässigen Revolte (…).“

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DEZEMBER

Lesetag
Jeden Donnerstag / 17 – 20 Uhr

Es wird ungemütlicher in der Stadt, die Kälte breitet sich in den Straßen und Gassen aus und an Orten draußen an die man sich sonst zum Lesen, Schreiben oder einfach nur zum Nachdenken zurückgezogen hat, herrscht nun Leere. Die Bibliothek soll auch ein Ort sein um dieser Leere zu trotzen, deshalb wird Frevel in nächster Zeit dreimal die Woche geöffnet sein. Donnerstags ist die Bibliothek nun von 17-20 Uhr geöffnet um sich mehr Zeit zum Lesen, Schmökern, Schreiben und Teetrinken zu nehmen. Bitte respektiert wenn Leute Ruhe brauchen um sich zu konzentrieren, zum quatschen ist die Sitzecke vor der Bibliothek auch perfekt geeignet.

Filmvorführung: “Libertarias”
Di, 6.12. / 20 Uhr

Der Spielfilm Libertarias (span./ eng. Untertitel) aus dem Jahr `96 erzählt von den Kämpfen der anarcha-feministischen Frauenorganisation Mujeres Libres während des spanischen Bürgerkrieges. In revolutionären Enthusiasmus setzen die Protagonistinnen Kirchen in Brand, stürmen Bordelle, um die Prostituierten für ihren Befreiungskampf zu gewinnen, legen Hinterhalte, um die Faschisten an der Front zurück zu drängen und wehren sich gegen den Machismus und Sexismus in den eigenen Reihen. Der Film thematisiert und problematisiert gerade die Probleme und Spannungen, mit denen sich die Mujeres Libres als Frauen innerhalb des Krieges konfrontiert sehen, als auch die fragwürde Entscheidungen der Anarchist_innen zur Militarisierung des eigenen Kampfes.

Vorleseabend: Ausgeschlossene
Do, 9.12. / 19 Uhr

Bücher können begeistern, mitreißen, inspirieren und zum Nachdenken bringen. An diesem Abend laden wir alle Bücherbegeisterten und alle die gerne zuhören dazu ein Bücher oder Gedichte mitzubringen um zum Motto des Abends passende Textstücke vorzutragen. Bei Kerzenschein und Wein werden wir uns an besagtem Abend sogleich ins Vergnügen stürzen um gemeinsam vorzulesen, zu lauschen, zu plaudern und zu diskutieren. Das Abendmotto für die zweite gemeinsame Vorlesestunde lautet „Aufstand“.

Textdiskussion: Um die Rechnungen zu begleichen
Di, 13.12. / 19 Uhr

Der Text wird in der Bibliothek ausliegen.
„Sich gegen die Justiz zu erklären, klingt in den Ohren der meisten wie ein geschmackloser Witz, eine Provokation, ein Wahnsinn.
Eine Redensart von jahrhundertealter Beständigkeit besagt nämlich, dass man die Justiz nicht bekämpfen kann, weil das ansonsten bedeuten würde, für die Ungerechtigkeit, für den Missbrauch, für die Tyrannei zu sein. Und diese Überzeugung ist derart tief in den menschlichen Geist eingedrungen, dass sich alle, die im Verlauf der Geschichte die Justiz kritisierten, stets beeilten, zu präzisieren, nur gegen ein bestimmtes Wirken von ihr, gegen einen schlechten Umgang mit ihr oder gegen eine für falsch gehaltene Anwendung von ihr zu sein. Aber die Justiz an sich, die Justiz als solche wurde stets als ein unantastbares Konzept betrachtet.“

Filmvorführung: “Ecos del Desgarro”
So, 18.12. / 20 Uhr

„Ecos del Desgarro“ (2015, span. & arab./engl. Untertitel) erzählt die Geschichte der Revolution in Syrien. Die selbstgedrehte Dokumentation von Menschen aus Spanien, die in die Region gereist sind um sich selbst ein Bild der Lage vor Ort zu machen, lässt viele verschiedene Personen zu Wort kommen, die alle auf ihre eigene Art und Weise an der Revolution in Syrien beteiligt waren und sind. Dabei kommen verschiedenste Ansichten zu Wort, die teilweise mehr und teilweise weniger spannend sind, was der Dokumentation aber auf jeden Fall gelingt ist ein sehr lebhaftes und bewegendes Bild der Revolution und dem darauffolgendem Bürgerkrieg in Syrien zu zeichnen. Außerdem wird sehr deutlich der hier herrschende Propaganda widersprochen, die versucht alle kämpfenden Menschen entweder als Islamisten oder regimetreue Soldaten darzustellen, vielmehr wird aufgezeigt was tatsächlich passiert: Die Unterdrückung einer revolutionären Bewegung durch das letzte Mittel der Herrschaft, den Bürgerkrieg.

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November

Diskussion: Ausschließung und Integration(sgesetz) als Machtwerkzeuge
Di, 15.11 / 20 Uhr

Während die Politik sich aktuell noch bemüht, die Räumung des Flüchtlings-Protest-Camps am Sendlinger Tor damit zu rechtfertigen, eine Gesundheitsgefährdung für die Hungerstreikenden vermeiden zu wollen, liegt bereits seit Monaten ein Gesetzesentwurf vor, mit Hilfe dessen jede Äußerung von Kritik und Protest kriminalisiert werden soll, die in Form oder Inhalt minimal einen immer enger werdenden Rahmen verlässt. Das geplante bayerische Integrationsgesetz ist dabei nur ein Teil einer allgemeinen Tendenz zu einer immer strikteren Trennung in integrierte Eingeschlossene und unintegrierte Ausgeschossene und zu einem immer repressiveren Art der Verwaltung von allen, aber insbesondere von Menschen mit anderer Herkunft. Was sind zentrale Elemente dieser Tendenz, welche Auswirkungen hat sie auf uns und wie können wir ihr, fernab von der Berufung auf die Grundrechte oder dem Erhalt des Status Quo begegnen?

Buchvorstellung und Diskussion:
“Es lebe die Revolution, nieder mit der Demokratie!”
Do, 24.11 / 20 Uhr

Januar 1905, St. Petersburg: Bullen eröffnen das Feuer auf eine Menge. Es ist der Anfang eines umfassenden spontanen Aufstands im zaristischen Imperium, der zwei Jahre dauern wird, von Finnland bis nach Georgien und von Polen bis nach Sibirien… Tausende von Angriffen gegen Bullen und Militär, hunderte von Schlössern in Flammen, Barrikaden in den Strassen, Sabotagen der Infrastruktur, wilde Streiks, Bauern die sich die Ländereien nehmen, Selbstorganisation in den ersten Arbeiterräten, Ausnahmezustand, und keine Partei oder Gewerkschaft der Linken (Bolschewisten oder Sozial-Revolutionäre), die fähig wäre, Kontrolle über die Situation zu erreichen.
Lasst uns, anlässlich der neuesten Publikation eines großen Buches über die anarchistischen Aktivitäten in Russland vor 1917 (Vive la révolution, à bas la démocratie!, Paris, Oktober 2016), welches einige Kameraden auf französisch herausgegeben haben, darüber reden, was qualitative anarchistische Interventionen in solch einem Kontext von Aufständen sein könnten; wie das Innere sozialer Explosionen vertieft werden könnte, um etwas ganz anderes vorzuschlagen, durch das Handeln vor und während eines revolutionären Prozesses? Ist ein besserer Kapitalismus und eine bessere Demokratie der einzige Horizont von dem wir träumen können?

Diskussion: Anarchistische Agitation
Sa, 26.11 / 19 Uhr

Anarchisten haben immer versucht ihre Ideen zu verbreiten, um damit revolutionäre Prozesse anzustossen oder zu vertiefen. Sei es durch Zeitungen, Broschüren, Flugblätter, Plakate oder auch öffentliche Reden, Diskussionen und Folklore, Musik, Kunst… Die Propagierung und Weiterentwicklung der anarchistischen Ideen, ein gewisses Bewusstsein darüber, dass diese befreiende Möglichkeiten für alle aufzeigen können und eine Perspektive, die der Großartigkeit der Idee der Anarchie angemessen ist – all das ist etwas, was heute mehr und mehr abhanden kommt.
Nicht, dass dies „früher“ einfach so da war, nein, es war immer Produkt der Anstrengungen verschiedener Gefährten, die versucht haben, ihre Ideen auf ihre eigene Weise verständlich zu machen, an Analysen zu feilen, et cetera. Wenn nun die Gesamtgesellschaft derzeit nicht gerade ein fruchtbarer Boden für unsere Ideen zu sein scheint, so gibt uns das bestimmt keine Motivationsschübe, unsere Ideen zu verbreiten. Aktuell ist bestimmt die Wiederkehr von religiösen und faschistischen Ideologien. Aber diese betten sich in eine umfassendere Entwicklung ein: Die massive Verbreitung technologischer Geräte und neue Anforderungen der Ökonomie züchten Menschen heran, die die Fähigkeit, vertieft nachzudenken und Ideen nicht nur zu verstehen, sondern gar noch in die Praxis umzusetzen, mehr und mehr verlieren.
Mit besonderem Augenmerk auf diesen Umstand soll es an diesem Abend in einem kleinen Beitrag und einer Diskussion um die Möglichkeiten anarchistischer Agitation heutzutage gehen. Kann diese gleich ausschauen wie vor hundert Jahren? Wo kann diese ansetzen? Was können z.B. Zeitungen für eine Rolle spielen im sozialen Kampf wie für die spezifisch anarchistische Bewegung? Sind die „Smartphonezombies“ überhaupt noch fähig, unsere Ideen zu verstehen und in Zusammenhang zu setzen? Welche Formen der Agitation benutzen wir, was sind die Erfahrungen damit, was ihre Stärken, was ihre Schwächen? Welche Formen kommen zu kurz oder wenden wir (bewusst oder nicht) gar nicht an? Wieso?

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Oktober

Textdiskussion:
“Einige Vorschläge für den zeitgenössischen Anarchisten“
Di, 18.10 / 20 Uhr

[Text: “Einige Vorschläge für den zeitgenössischen Anarchisten“]

Anhand des Textes „Einige Vorschläge für den zeitgenössischen Anarchisten“ der in der Zeitschrift „Alles Geht Weiter #2“ erschienen ist, wollen wir über die Frage diskutieren was zu tun ist. Wie wollen wir diese Realität konfrontieren, und was bedeutet das für uns selbst?
„Viele von uns fragen sich, „was tun?“ – wenige antworten. Hier einige Gedanken und Notizen dazu was meiner Meinung nach zu tun ist. Jeder kleine Schritt bereitet die nächste Antwort auf die Frage „was tun?“ vor, wer diese kleinen Schritte nicht macht, darf sich nicht wundern verzweifelt vor sich selbst zu stehen, ohne zu wissen was man tun kann, was möglich ist, obwohl es gerade noch unmöglich erschien; und wer diese Frage stellt ohne wirklich an einer Beantwortung interessiert zu sein – dem ist nicht zu helfen.“

Vorlesestunde bei Kerzenschein
Do, 20.10 / Offen ab 19 Uhr, Beginn 20 Uhr

Bücher können begeistern, mitreißen, inspirieren und zum Nachdenken bringen. An diesem Abend laden wir alle Bücherbegeisterten dazu ein, Bücher oder Gedichte mitzubringen um zum Motto des Abends passende Textstücke vorzutragen. Bei Kerzenschein und Wein werden wir uns an besagtem Abend sogleich ins Vergnügen stürzen um gemeinsam vorzulesen, zu lauschen, zu plaudern und zu diskutieren. Das Abendmotto für die erste Vorlesestunde lautet “Räuber und Banditen“. Das für die darauf folgende werden wir gemeinsam entscheiden.

München als „Smart City“?
Di, 25.10 / 20 Uhr

Während die Bevölkerung über Gentrifizierung, Verdrängung und triste Neubaulandschaften klagt, widmet sich das Rathaus und einige internationale Unternehmen der zukünftigen Stadtentwicklung: „Smart City“ ist das Wort der Stunde. In der Theorie geht es um Neue Technologien, Datenströme und die Verknüpfung und Installierung von all dem in der kompletten städtischen Transport-, Energie- und Wohn-Infrastruktur. Doch was bedeutet es für uns als Einzelne, als auch als Stadtbevölkerung, wenn überall und ständig alle möglichen Daten von uns gesammelt und ausgewertet werden? Wenn die Straßenlaterne, das Fahrrad, das Auto und die Paketstation plötzlich „intelligent“ bzw. „smart“ werden? Wie nutzen Staat und Kapital all die Datenanalysen – und was ist „smart governance“? Inwiefern ist das Projekt der „Smart City“ ein Projekt der sozialen Kontrolle und was haben wir dem entgegen zu setzen?

Textdiskussion:
„Raserei – Ein Diskussionsbeitrag über Wut und Rache“
Sa, 29.10 / 19 Uhr

Der Text ist entnommen aus der zweiten Ausgabe der Zeitschrift „Die Erstürmung des Horizonts“, zu finden  in der Bibliothek.
Wenn wir uns unserer Angst stellen, und unseren Gefühlen, und zwar allen, freien und unkontrollierten Ausdruck gewähren, bedeutet das, sich mit sich selbst zu konfrontieren, sich seinen Ideen und Wünschen bewusst zu werden und vor allem die Maske fallen zu lassen und sich anderen wirklich zu zeigen.
Die Macht will uns glauben lassen wir befänden uns in einem befriedeten Zustand. Doch die Wut brodelt an und unter der Oberfläche. Gemeinsam wollen wir an diesem Abend mit Hilfe des oben genannten Textes über verschiedenste Aspekte von Wut und Rache diskutieren.

Filmvorführung:
„Die Schlacht von Algier“:
Di, 01.11 / 19 Uhr

Der Film beschreibt die intensivste und konflikt- reichste Phase des Algerien Krieges und zeigt die militärische Auseinandersetzung zwischen der Französischen Armee als Besatzungsmacht und der Rebellenorganisation FLN 1957 in Algier. Die Schlacht von Algier gilt als wichtigstes Element der Befriedigungsstrategie im Bezug auf Algerien und ist ein typisches Beispiel für den sogenannten asymetrischen Krieg. Zu Zeiten des Algerienkrieges kam es immer wieder zu Aufständen der algerischen Bevölkerung gegen die Französische Besatzungsmacht. Nachdem der Konflikt international Solidaritätsaktionen auslöste zog das Französische Militär 1962 ab.

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September

Film über die Stadtguerilla Tupamaros während der Militärdiktatur 1970 in Uruguay
Di, 06.09 / 20.30 Uhr

Diskussion über Angst, Terror und staatliche Maßnahmen
Sa, 10.09 / 19.00 Uhr

Wie und warum entstehen Ängste und aus welchen Gründen werden diese bewusst geschürt? Die meisten haben ein festes Feindbild oder Szenario im Kopf, sobald nur das Wort „Terror” fällt. Aber woher kommt eigentlich die Angst, die wir empfinden vor dem besagten Feindbild oder Szenario? Ist es die Angst vor etwas Realem oder werden unsere Gefühle und Gedanken so von den Medien beeinflusst, dass wir nicht mehr selbst dazu in der Lage sind uns ein klares Bild der Situation zu machen? Allzu schnell verfallen Leute in ein Schwarz-Weiß-Denken, das blind vorgefertigte, einfache Lösungen akzeptiert, die der Staat uns anbietet: Militarisierung des öffentlichen Raumes, personelle und Ausrüstungs-Aufstockung bei der Polizei, Ausweitung der Befugnisse des Militärs. In wessen Interesse werden diese Maßnahmen durchgesetzt, welche Konsequenzen entstehen daraus und wie wollen wir diesen Entwicklungen, die uns alle betreffen begegnen?

Film-Doku über Technologie + Diskussion
Di, 13.09 / 20.00 Uhr

Die Doku beschäftigt sich mit dem Einfluss von Computern, künstlicher Intelligenz und Technologie auf alle Bereiche unseres Lebens und mit den möglichen Konsequenzen, wenn die von einigen als „beengend” wahrgenommenen Grenzen des menschlichen Körpers und Geistes durch technologische Hilfsmittel erweitert werden sollen. Wozu und in wessen Interesse wird eine Welt „erschaffen”, in der alles nur auf Effizienz und gesteigerte körperliche/geistige Leistung ausgerichtet ist und der Mensch mit seinen „Fehlern und Schwächen” optimiert werden muss, um im Angesicht der Maschinen nicht überflüssig zu werden?

Gefangenenschreiben
So, 18.09 / 19.00 Uhr

All diejenigen, die sich nicht den Regeln und Gesetzen dieser Gesellschaft unterwerfen wollen oder können und gegen die Autorität rebellieren, sind mit Einsperrung konfrontiert. Wir wollen die Trennung in scheinbar zwei Welten– ein „innerhalb der Mauern“ und ein „außerhalb der Mauern“ – aufbrechen, indem wir der Isolation und Einsamkeit des Eingesperrtseins unsere Worte und Solidarität entgegensetzen. Es soll Raum geben für Gespräche, Diskussionen und Schreiben. Damit das Schreiben leichter fällt, können wir uns gegenseitig helfen und unterstützen. Briefmarken, Papier, Kuvere, sowie Adressen von rebellischen Gefangenen und Tipps zum Schreiben werden ausliegen.

Diskussion zur globalen Kontrollgesellschaft: Erfassung und kapitalistische Verwertung all unserer Lebensabläufe. Zum Stand des technologischen Angriffs
Di, 20.09 /20.00 Uhr

Google, Facebook, Amazon, Twitter und Co sind die idealen Partner für militärisch-zivile Überwachung. Sie sammeln und liefern frei Haus individuelle Lebensmuster und -äußerungen und bilden damit ein umfassendes Instrumentarium, Verhalten zu katalogisieren. Dadurch kann individuell für jedeN einzelneN ein „normales“ Alltagsverhalten von ungewöhnlicher und damit verdächtiger Aktivität unterschieden werden. Warum liefern wir freiwillig die Datenbasis, die jegliche Überwachung zur Selektion zwischen normalem und abweichendem Verhalten benötigen? Als freiwillige und unfreiwillige Datenspender suchen wir nach kollektiven Verweigerungs- und Blockademöglichkeiten.

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Juli-August:

Gefangenenschreiben
Mo, 15.08 / 19 Uhr

All diejenigen, die sich nicht den Regeln und Gesetzen dieser Gesellschaft unterwerfen wollen oder können und gegen die Autorität rebellieren, sind mit Einsperrung konfrontiert.
Wir wollen die Trennung in scheinbar zwei Welten – ein „innerhalb der Mauern“ und ein „außerhalb der Mauern“ – aufbrechen, indem wir der Isolation und Einsamkeit des Eingesperrt seins unsere Worte und Solidarität entgegensetzen.
Es soll Raum geben für Gespräche, Diskussionen und Schreiben.
Damit das Schreiben leichter fällt, können wir uns gegenseitig helfen und unterstützen. Briefmarken, Papier, Kuvere, sowie Adressen von rebellischen Gefangenen und Tipps zum Schreiben werden ausliegen.

Offene Diskussion
2.8 / 19 Uhr

Textdiskussion “Die Initiative”
Sa, 30.07 / 19 Uhr

Der Text ist hier zu Lesen.

Gefangenenschreiben
Do, 21.07 / 19 Uhr

All diejenigen, die sich nicht den Regeln und Gesetzen dieser Gesellschaft unterwerfen wollen oder können und gegen die Autorität rebellieren, sind mit Einsperrung konfrontiert.
Wir wollen die Trennung in scheinbar zwei Welten – ein „innerhalb der Mauern“ und ein „außerhalb der Mauern“ – aufbrechen, indem wir der Isolation und Einsamkeit des Eingesperrt seins unsere Worte und Solidarität entgegensetzen.
Es soll Raum geben für Gespräche, Diskussionen und Schreiben.
Damit das Schreiben leichter fällt, können wir uns gegenseitig helfen und unterstützen. Briefmarken, Papier, Kuvere, sowie Adressen von rebellischen Gefangenen und Tipps zum Schreiben werden ausliegen.

Diskussion über Zwangsräumungen
Di, 19.07 / 19 Uhr

Was passiert, wenn kein Geld für die Miete mehr da ist? Wenn in der Stadt kein Platz für einen ist und selbst die eigene Wohnung unbezahlbar wird? Was macht man, wenn nach der Mieterhöhung und der Luxussanierung plötzlich die Pfändung und die Zwangsräumung ansteht? Was machst du, wenn wenn Gerichtsvollzieher und Cops deinen Nachbarn aus seiner Wohnung zerren, damit jemand mit mehr Einkommen einziehen kann?
Täglich finden in München ca. fünf Zwangsräumungen statt – und in der Regel wissen weder Nachbarn noch Betroffene dem etwas entgegen zu setzen. Doch es gibt auch andere Beispiele: In Turin entwickelte sich vor ein paar Jahren ein gemeinsamer Kampf von solidarischer Nachbarn und Anti-Autoritären gegen Zwangsräumungen und die Verdrängung aus dem Viertel – ein Kampf der Möglichkeiten und Begrenzungen aufzeigt. Anhand der Broschüre „Basta Sfrati!“, die von diesem Kampf erzählt, wollen wir über solche Möglichkeiten und Hürden in Bezug auf München sprechen. Die Broschüre ist auf deutsch im Frevel und hier erhältlich, aber nicht zwingend notwendig zur Diskussion.